Mainacht


Eine halblange Nacht in windstillem Licht,
dem Schmerz fehlender Poren und hilfloser Hand.
Zäh fließende Zeit, leeres Tasten nach dir,
die Hälfte der Ewigkeit eines kleinen Insekts.

Durch halboffenes Fenster dringt gräserner Duft,
vertieft die Kluft zwischen Sehnen und Sucht.
Endlich der Morgen, fahles Grau, das erlöst,
auf den Ziegeln tanzt hilflos zartes Orange.

Aus schmalen Lippen beschwört Melancholie
schweißnasse Nächte auf kurzatmigem Glück.
Über den Sims krabbelt Sonne zum Bett,
löst sachte die Fesseln einsamer Angst.