Melos


Wie leicht du noch atmen kannnst, trotz dieser Gedanken, die dich tiefer und tiefer in den Stoff drücken.
Die Sonne macht eine Ausnahme, sie beschwingt dich heute nicht, so sehr du deine Haut auch exponierst.

Eine Armlänge von mir entfernt und doch viel weiter, meine Finger ertasten die abweisende Leere. Aus der Tiefe der Terrasse unsere Melodie, Vibrationen sind tauber Kanon deiner Träume. Hinter meinen geschlossenen Augen bläst ein Bandoneon Bilder aus lauen Nächten vor sich her.

Das Knarren des Liegestuhls übertönt alle Instrumente, ich weiß dich jetzt auf der Seite liegen, die Knie gerade mal eine Handbreit vor deiner Nase, und für lange Zeit unerreichbar für mich.

Diese Nase, diese wundervolle Nase, denke ich, darunter dieser Mund, den zu küssen ich niemals müde werden kann. Ein Hauch von Kokos schwebt mir entgegen, ich kneife meine Augen noch fester zusammen, und die Sonne lässt Sterne vor meinen tränenden Pupillen tanzen.