Kleine Rituale
Das Lächeln eines Moments
wenn Du an der Tür stehst
die ich lange bevor Du ankamst
geöffnet, angelehnt hatte.
Durch deren Spalt Du nun spähst
als erwartetest Du eine Überraschung.
Deine verlorenen Augen dabei
hinter diesem scheuen Blick
sekundenbruchteillanger Angst
vor einer imaginären Enttäuschung.
Dann das Kreuzen der Pupillen.
Oder wenigstens des Lichts,
das sie reflektieren, die
Synchronisation unserer sich
entspannenden Gesichter.
Mein Arm, der Deine Taille umfaßt,
mit der Hand, die auf Deinem
Rücken spazierengeht.
Der Duft, den Du mir mitbringst
und den ich tief inhaliere.
Deine Lippen, an denen ich sauge
und dann dieser ganze lange Abend,
der vor uns liegt und in dem wieder
Minuten zu Sekunden werden und der
erst endet, wenn Du voller Stolz bemerkst,
daß die Dämmerung beginnt, so als wäre sie
die Legitimation für Deine Müdigkeit.